Zum Inhalt springen

Twitterer’s Frühlingsgefühle oder Hummeln im Sack

21. April 2015

Der Twitterand vegetiert bekanntlich -seinem nicht existenten biologischen Rhythmus folgend- das lange Jahr über in einem ewigen Metabolismus aus Sternhagelvoll und Timelinelosigkeit. Umgeben von seinem Drogenbesteck an Akku-Powerladegeräten und Twitterclient-Apps sowie in sinniger Zwie-Eintracht mit seinem Smartphone nistet er in dunklen couchartigen Höhlen im Inneren von Verteilersteckdosen vor sich hin.

In seinem existenziellen Dasein unterliegt er neben nächtlichen Ausgangssperren und veganutellaer Gemeinschaftsverpflegung auch der regelmäßigen Kontrolle sämtlicher Vitalfunktionen durch die Followerschaft. Allumfassender Vollkaskoschutz vor den Unbillen des ‚Draußens‘ gilt in Kreisen als überlebensnotwendig.

Alljährlich im Frühjahr beobachtet die Welt jedoch ein Phänomen, das in wissenschaftlichen Publikationen gerne auch als „Twormon-Expektoration“ bezeichnet wird: Hierbei erwacht der Antrieb des Twitteranden schier sternenexplosionsartig.

Als ob der Lebens-TÜV zur Jahresinspektion ruft, erwachen in ihm tsunamiartig längst verblichene Lebensgeister die man sich als unvoreingenommener Betrachter hätte nie wünschen wollen. Mit verheerenden Konsequenzen: Während der Lenz noch mehr oder weniger unmotiviert vor sich hin dröselt, verhält sich der Geifer sabbernde Twitterand urplötzlich als hätte er Krokusse geraucht.

RTT_034_Fruehlingsgefuehle_Icon

So unterschiedlich auch immer der Umgang mit den Frühlingsgefühlen beim Einzelnen abläuft, es sind doch einige Konstanten zu beobachten:

Trotz gewöhnlich moribunden Zustandes explodiert fortan täglich die Paarungsbereitschaft, bei männlichen Exemplaren zeigen sich sogar Spontanerektionen beim Belesen weiblicher Artgenosseninnen! Gänzlich verrückte Hardcores begeben sich sogar ins sonnendurchflutete Reallife wo man sich bei Selbstfindungstreffen wie gerade aktuell dem berüchtigten rheinischen Koellesterin mit anderen verhuschten Gestalten zu Austausch von Flüssigkeiten aller Art einfindet. Absurd.

Allerorten liest man zudem in der Timeline eine indifferente Frühjahrsgeilheit, diesen verbaleruptiven Zustand des irgendwas Wollens und doch nicht genau Wissens. Gerne sage ich „Hummeln im Sack“ dazu. Passt aber anatomisch nur auf die Männchen. Allerdings entwickeln viele weibliche Accounts gerade im Frühjahr ein unglaubliches Geschick in der Beschaffung und im Schmuggel von Neufollowern. Dies gelingt par excellence durch das leicht überbelichtete Präsentieren tertiärer Geschlechtsmerkmale mittels Spontanshots (lat. Selfiesmus).

Das Ergebnis des Tuns? Neben gelegentlicher Geweihbildung & Hahnenkamm-Ausprägung beim Männchen, finden sich spätestens nach neun Monaten dezente Hinweise in der Timeline, das etliche Twitterprachtpärchen kleine Favies geworfen haben.

image
In diesem Sinne einen twestosteronhaltigen Flirt wünscht.

Ihr Maulwürfel

Werbeanzeigen

From → Der Einwurf, Twitter

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: