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Tweetklau und „Sippenhaft“ – Die Lex Lümmel

31. August 2012

Zum Thema Tweetdiebstahl ist sicherlich unter Twitterern bereits jede erdenkliche Meinung ausgetauscht worden. Die Positionen reichen dabei von „erst shitstormen, dann lynchen, und schlussendlich entfolgen“ bis hin zum betont relaxten „Na und? Ein Tweet der vorher bereits 10fach in der Timeline auftauchte, hat keinen Eigentümer mehr“.

Zum Umgang mit den Plagiatoren,die – das sei voraus geschickt – auch für mich eine Plage (von lat. plagieren?) darstellen, möchte ich daher heute nicht weiter Stellung nehmen.

Was mich umtreibt ist ein Vorfall, der sich gestern in meiner Timeline ereignete und der heftig und durchaus kontrovers diskutiert wurde.

Der (von mir geschätzte) Twitterer brachte seine Verärgerung über einige nach seiner Recherche penetrant plagierenden Twitterer dadurch zum Ausdruck, dass er wohl zunächst eine Liste mit Namen der Tweetdiebe online stellte und dann nach einiger Zeit auch sämtliche Twitterer entfolgte, die den vorgenannten Bösewichten folgten.

Diese Aktion erfolgte ohne Vorwarnung, auch ich war davon betroffen. Fairerweise muss ich ergänzen, dass er sich nach einer Mention auf eine sachliche Diskussion mit mir per DM einließ (nachdem er mir wieder folgte) in deren Verlauf er seine Argumente nochmals präzisierte:

„Für mich ist der Diebstahl von geistigem Eigentum noch schlimmer als der von Materiellem….dies mag auch daran liegen, dass ich als Autor den Wert von Gedanken etwas höher einschätze.“

Weiterhin führt er aus, dass er niemanden des Tweetklaus bezichtigen würde, wenn dies nicht eindeutig belegbar sei. Reine „Wortspielereien“ seien sicher kein Beleg, da diese x-fach in social networks kursieren. Auch brächte -seiner Erfahrung nach- das direkte Ansprechen der Diebe oftmals keine Einsicht, sondern dubiose Ausreden („Hab-ich-nicht-gewusst“ oder „Hat-Mir-Ein-Freund-Erzählt“).
Wer also diesen unverbesserlichen Plagiatoren folgt und damit dessen Tun billigend in Kauf nimmt, muss sich nicht wundern, dass er auch demjenigen die rote Karte zeigt

Soweit in Kürze seine Argumentation, die ja zunächst einmal aus seiner Sicht stringent ist und die er auch mit seinem Account-Profil unterlegt:

„Ungenehmigte Zitate werden strafrechtlich verfolgt gemäß §2 UrhG. Das gilt auch für die Verbreitung von Kopien, die von Dritten hergestellt wurden.“

Nun gibt es aber auch die Kehrseite, jene also auf der ich und einige mir bekannte Follower sich gestern überraschend wiederfanden; Den wenigsten – so deren glaubhafte Ausssage – war zunächst einmal bewusst, warum überhaupt die Entfolgung erfolgte. Zunächst ist es ja das gute Recht eines jeden Tweeters zu folgen und entfolgen wie es ihm/ihr beliebt. Einige treue Follower -so ich- fragten dann dennoch einmal bei ihm nach und erhielten dadurch den Hinweis auf die „Mittäterschaft“.

Nun ist es sicherlich so, dass nicht jedem bewusst war, wem Sie da überhaupt folgen; Nicht jeder Tweeter ist zeitlich in der Lage oder hat Lust dazu von jeden Follower ein polizeiliches Führungszeugnis zu verlangen, respektive seine Tweets permanent über die Tweetster-Suche , das Murmeltier oder ähnliche Tools zu jagen um Plagiate zu ermitteln.

Andere wiederum verlassen sich auf solch hilfreiche Instanzen wie die @TWolizei , die es sich zur ureigenen Aufgabe gemacht hat, „immer auf der Suche nach Tweets zu sein, in denen fremde Sachen als eigene Kreation ausgeben werden.“ (Accountprofil-Zitat).

Die offensichtlichste Möglichkeit auf die unerfreuliche Tatsache des ‚Du-folgst-einem-Dieb!‘ hinzuweisen, wäre eine freundliche DM an die Betroffenen gewesen, die Ihnen die Möglichkeit & Zeit zum Reagieren eingeräumt hätte.

Die Reaktionen der Entfolgten möchte ich en detail hier nicht wiedergeben. Sie wurden sowohl in der TL als auch in DM’s geäußert und reichen von Enttäuschung über Kopfschütteln bis hin zum „Sippenhaft“-Vorwurf.

Ich möchte aber eine Diskussion anregen über Form und Stil des Umgangs mit Followern, die -unverschuldet- in den Fokus geraten sind.

Dabei bitte ich in Kommentaren fair zu bleiben. Die Beweggründe sind m.E. durchaus legitim, die Mittelwahl nach meinem Verständnis eher nicht. Aber das ist nur eine Meinung.

Mit dem von mir zitierten Twitterer bin ich in Kontakt und er weiß und billigt, dass ich das Thema hier aufarbeite. Er hat auch sein grundsätzliches Einverständnis zu den von mir zitierten DM-Stellen gegeben.

Ihre Meinung interessiert mich, nutzen Sie die Kommentarfunktion.

From → Twitter

10 Kommentare
  1. @ameisengehirn permalink

    Servus Herr @Moltroff,

    dann melde ich mich gerne zu Wort, wenn Sie das Thema schon so dermaßen detailliert aufbereiten. Sie haben auch mich (berechtigt oder unberechtigt) schon auf einen möglichen „Diebstahl“ hingewiesen. Hierbei möchte ich aber eine kleine Unterscheidung einwerfen. Leider wird im Moment viel zu schnell des Tweetklaus bezichtigt. Und ich rede hier nicht von 1:1 Kopien, die sich dann teilweise massenhaft in einer TL wiederfinden, es sich also um Twitterer handelt, die ihre TL nur aus 1:1-geklauten Tweets zusammenbasteln. Problematisch wird es wenn, bei inhaltsgleichen/themengleich Tweets gleich der Vorwurf des Diebstahls im Raume steht. Ich kann dies durch unseren Fall nachvollziehen. Man liest 2000 Tweets mit „Hundenamen-Verwurstungen“, da ist es, so denke ich doch, plausibel, dass bei der Anzahl der aktiven Nutzer, zwei den selben Gedanken hervorbringen. In meinem Fall ist es, wirft man einen Blick in meine Ergüsse, offensichtlich, dass die Ähnlichkeit von meinem zu Ihrem Tweet, rein zufällig war. Oder auch nicht, das können Sie natürlich ganz anders beurteilen. Der Diebstahl von geistigem Eigentum ist kein Kavaliersdelikt (auch nicht bei Herrn zu Guttenberg), aber ich denke voreilig sollten Verurteilungen nicht ausgesprochen werden. Niemand will hier den Spaß an Twitter verlieren, oder?

    Im Übrigens bin ich Ihnen auf Grund Ihrer Mention auch nicht beleidigt!

    Viele Grüße,
    @ameisengehirn

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    • Wertes Ameisenhirn, besten Dank für Ihren Kommentar. Was die „Hundeverwurstung“ angeht, gebe ich Ihnen uneingeschränkt Recht, meine Mention seinerzeit war dann sicherlich auch eher im Spass gemeint (hab dies aber möglicherweise nicht mit einem geeigneten 😉 dargelegt. Generell ist das Thema der Tweetklautverdächtigungen in Twitter m.E. etwas übergekocht und entbehrt nicht einer gewissen Hysterie, der ich gerne mit einem Augenzwinkern begegne (vgl. auch meine ironischen Tweets von gestern http://t.co/zgEbj1b und http://t.co/iCl2z5Y ). Allerdings war der eigentliche Tweetklau nicht direkt das Thema meiner Blognote.

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  2. @Lassitudor permalink

    Da ist es also soweit: für das Entfolgen von Tweetklauer-Followern muss ich mich rechtfertigen. Es wurden Gefühle verletzt. Ja, das mag stimmen. Ich habe Menschen entfolgt, denen ich und die mir lange folgten. Und es gab auf deren Seite Enttäuschung. Habe ich Verständnis für. Und doch: wäre es jetzt wieder gestern Vormittag, und ich würde wieder auf diesen einen Twitterer in Frauengestalt schauen mit 2300+ Followern, ich würde es wieder genauso machen – die Leute durchgehen, die dieser Person folgen und sehen, wem davon ich bisher gefolgt bin. Und sie entfolgen. Und wohl hätte ich bei einigen wieder die selben Gefühle – etwas Wehmut, auch Unverständnis. Gestern fragte ich mich und bei einigen frage ich mich das heute noch: kann man so lange mir und dieser Person gefolgt sein, ohne etwas von den Vorwürfen des Tweetklaus mitbekommen zu haben? Ich habe das oft thematisiert, die Twolizei – deren Arbeit ich schätze, auch wenn sie als Mann mit der Mütze ein Imageproblem bei Twitter hat – , selbst die Person selbst hat sich in äußert arroganter Weise zu den Vorwürfen geäußert.
    Um eines klarzustellen: diese Person, die da häufig und nachweislich 1:1-Kopien von anderen tweetet, hat meines Wissens nie einen Tweet von mir geklaut. Aber von anderen, die mir lieb und wichtig in meiner Timeline sind. Wer fragte mal danach, wie deren Gefühle durch diese Person verletzt wurden und auch dadurch, dass so viele einem Tweetklauer folgen und fremdes geistiges Eigentum faven?
    Was also ist gestern passiert? Ich habe Leuten entfolgt. Etwas ungewöhnliches bei Twitter? Wohl kaum. Ich wurde von einigen derer, die meinen Tweet vor der Entfolgung in der Timeline gelesen hatten, dann beschimpft. Es sei ihre Sache, wem sie folgen. (An dieser Stelle bitte kurz innehalten und sich fragen: gilt das auch für mich?) Es wurde geäußert, die Entfolgten wären wohl den falschen Leuten gefolgt. Da gab es dann zumindest kein Unverständnis, warum die Entfolgung passierte. Es gab aber auch Rückfragen bei mir: warum die Entfolgung? Welchem Tweetklauer seien sie denn gefolgt? Habe ich jeweils beantwortet, für die klauende Socke gab es daraufhin einige Entfolgungen und ich folgte den Leuten wieder. Fertig und gut.
    Ich habe gestern Vormittag etwa 50 Leute aus o.g. Gründen entfolgt. Und nein, ich habe sie nicht jeweils einzeln gefragt, ob sie denn wirklich wüssten, wem sie da gefolgt sind. 1. dafür fehlte mir die Zeit, und 2. ist aus meiner Sicht jeder selbst verantwortlich dafür, wem er folgt. Habe ich das Recht, ihn dann auch noch zu fragen, ob er das wirklich tun möchte? Mische ich mich da nicht zu sehr ein?
    Und jetzt bleiben mir noch einige Fragen: wann erleben wir den Tag, an dem nachweislich notorische 1:1-Tweetklauer ihren Followern erklären müssen, warum sie deren Gefühle verletzt haben, als sie im Glauben folgten, Gedanken des Autors selbst zu lesen? Wann stehen die eigentlichen Verursacher des Problems am Pranger, werden reihenweise entfolgt und twitterweit geächtet und nicht die, die auf das Problem aufmerksam machen?
    Auf die rechtlichen Aspekte möchte ich hier nicht eingehen. Wie schwerwiegend ich persönlich den Diebstahl von geistigem Eigentum sehe, das ist oben im Blog gut wiedergegeben. Aber eins ist mir zum Schluss wichtig: mehr noch als der Tweetklau selbst raubt mir die vorherrschende Augen-zu-und-Spass-haben-Mentalität der meist schweigenden Mehrheit bei Twitter die Freude.

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  3. Impertinenz (matthias.schreiber) permalink

    Verfickte Kacke! Alleine schon der Umstand, dass ich mich jetzt nun doch auf dieses unsagbar bescheuerte Thema einlasse nervt mich zutiefst! Ich(!) nutze twitter zum Spaß. Ich möchte nicht durch twitter als verkappter Autor „entdeckt“ werden, ich habe nicht vor mit meinen Tweets Geld zu verdienen (dafür reicht die Qualität auch nicht) und mir ist es LETZTENDLICH egal wieviele favs ein Tweet von mir bekommt. Wenn ich einen 50er schreibe oder gepickt werde freue ich mich natürlich riesig und hüpfe quer durch die Wohnung, sehe das aber als angenehme RANDERSCHEINUNG! Ich möchte vielmehr interessante Menschen kennenlernen und mich 2.0 technisch mit diesen „anfreunden“, ein Stück weit an deren „Leben teilnehmen“. Stalken & gestalkt werden. Ihr kennt das. Alles weitgehend anonym und schmerzfrei. Das(!) ist für mich twitter.

    Natürlich verstehe ich den Ärger des „Erstschreibers“ (ich verzichte ausdrücklich auf die Bezeichnung „Urheber“) über einen geklauten Tweet. Das ist, nicht mehr und nicht weniger, ärgerlich. In etwa so wie eine Ampel die kurz vor einem rot wird. Aus diesem Grund finde ich die Idee des @TWolizei Accounts schon latent bescheuert. Dort werden Namen von Usern gelistet die des Tweetklauens bezichtigt werden OHNE das es mir möglich ist das nachzuvollziehen, nachzuprüfen, sprich mir selbst ein Bild davon machen zu können. Ich unterstelle dem Account nichts böses, muss aber anmerken, dass durch so einen Account THEORETISCH Menschen diffamiert werden könnten ohne das diese eine adäquate Möglichkeit haben sich zu rechtfertigen geschweige denn die Vorwürfe zu entkräften. Was ist mit diesen Namen auf der Liste des @TWolizei Accounts? Haben die wirklich WORTWÖRTLICH geklaut? Und wenn ja, welche Tweets? Oder haben die sich, wie in dem obigen Kommentar erwähnt, nur des gleichen Themenfeldes bedient? Haben die beschuldigten User vielleicht mittlerweile den angeblich geklauten Tweet gelöscht? Keine Ahnung. Aber drin stehen sie schon mal.

    Nun zu dem Patienten. Grenzwertig I: Follower aufzufordern zu faven da sie andernfalls mit einer Entfolgung rechnen müssten. Die Aussage ist schon so ein kleines Schmuckstück nach 3 Jahren twitter. Sowas hört man nicht allzu oft. Grenzwertig II: das penetrante Anprangern von geklauten Tweets (auch wenn berechtigt) Es nervt. Es interessiert auch so ziemlich keinen wirklich. Grenzwertig III: Usern zu entfolgen, die den „bösen“ Accounts noch folgen. Glaubt mir, sobald ich meine TL dahingehend überprüfe wer von meinen Followern wohl ein „böser“ Account ist, melde ich mich ab. Das hat nun wirklich nichts mehr mit angenehmer 2.0 Kurzweil zu tun. Das ist für mich krank. Da wird etwas, was vermeintlich zum Spaß konzipiert worden ist, über alle Maßen zu ernst genommen.

    – Finde ich einen Tweet lustig, fave ich ihn. Scheissegal ob jemand anderes den Tweet vorher schon rausgehauen hat. Niemand wird mich (subtil oder nicht) dazu zwingen das vorab zu überprüfen.

    – Ich folge Leuten die ich mag und interessant finde. Ist Geschmackssache. Muss jeder für sich entscheiden. Da lasse ich mir nichts vorschreiben. (Ich folge auch Leuten die ich bescheuert finde. Zuviel Harmonie in der TL macht auch Mundgeruch. Ich habe es halt gern hübsch bunt.)

    Da ich früher versucht habe mit Musik Geld zu verdienen sehe ich mich gezwungen DAS KILLERARGUMENT schlechthin, den TopTweet von @PeterBreuer , anzuführen:

    „Da hast Du 1 Terabyte geklaute Musik auf der Platte, jammerst aber, wenn Dein billiges Witzchen unter anderem Namen auftaucht. Schon klar.“ http://favstar.fm/users/peterbreuer/status/176983605422202881

    Kino.to ist toll! Der „Free youtube to MP3 decoder“ ist super! Zeitung kaufe ich nicht, ich lese nur Nachrichten auf GoogleNews. Aber wehe einer klaut meine, seien wir mal ehrlich, bessere SMS.

    Seitdem dieses Thema auf twitter breitgetreten wird, macht twitter um einiges weniger Spaß. Das war früher anders. Jetzt zicken sich Follower, die ich mag, untereinander an und man selbst erwischt sich dabei wie man fremdgeschämt und leicht betreten die Tastatur ein Stück weit von sich schiebt und sich lieber erstmal eine Stunde lang einen Kaffee macht. Ich VERLANGE, dass das aufhört!

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  4. @ameisengehirn permalink

    Ich versteh @Lassitudor und gebe Ihm im Großen und Ganzen recht. Wie der Maulwurf aber auch in seinem Beitrag erwähnt, haben viele Twitterer nicht die Zeit (oder Lust), die komplette TL eines Accounts auf Plagiate hin zu durchforsten. Außerdem fällt ein Tweetklau oft nicht auf. Meine Wenigkeit hat schon Tweets gefavt bei denen sich kurz darauf herausstellte, dass dieser 1:1 von einer anderen Person geklaut wurde. Diesen Fehler habe ich durch Rücknahme des Fav und Entfolgung korrigiert. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass dies auch bei anderen Tweets (noch) der Fall ist.

    „mehr noch als der Tweetklau selbst raubt mir die vorherrschende Augen-zu-und-Spass-haben-Mentalität der meist schweigenden Mehrheit bei Twitter die Freude.“
    – Auch hier stimme ich Ihnen zu. Meine Aussage des „Spaß an Twitter verlieren“ war nicht darauf bezogen, dass der Spaß überwiegt und über das Kopieren von Tweets einfach hinweggesehen werden sollte. Auch ich sehe Twitter durchaus als (wenn auch nicht anerkannte) Kunstform an. Meine Aussage bezog sich vielmehr darauf, dass durch schnelles Anprangern der Spaß verloren geht. Immer öfter erhalte ich Mentions mit „das war schon“ oder „sehr kreativ“, wobei sich Tweets oft nur in ihrere Grundthematik ähneln. Sicherlich geht uns das wahrscheinlich am Arm vorbei. ABER: es nervt trotzdem.

    Grüße euer @ameisengehirn

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  5. Manche „Dauer-Tweetklauer“ haben mit Sicherheit ’ne Menge Follower. Der eine oder andere Follower wird den entspr. Twitterer ob dieser Followerzahl zur immer wieder erwähnten sog. „Twitterelite“ zählen und ihm allein aus diesem Grund folgen. Ich bin in letzter Zeit vielen Vielgefolgten entfolgt, weil ich es einfach auch satthabe, dass diese Leute sich wahrlich sehr viel mehr erlauben können (z. B. arrogante oder fiese Tweets gegen best. Menschengruppen, um es mal einfach auszudrücken) als jemand, der Follower in drei- oder nur zweistelliger Höhe hat.

    Nun ist es selbstverständlich nicht so, dass jeder Vielgefolgte automatisch nur geklaute Tweets schreibt oder überhaupt jemals einen geklauten Tweet gepostet hat. Wie ihr schon sagtet, das kann man gar nicht detailliert nachprüfen. Selbstverständlich ist es eine sehr ärgerliche Sache, wenn sich jemand mit fremden Federn schmückt, erst recht, wenn der eigtl. Autor nur wenige Follower und somit schon wenig Verbreitungsmöglichkeit für seine Tweets hat. Und wenn man als geistiger Eigentümer andauernd Tweets von sich woanders wiederfindet.

    Die TWolizei mag ja eine nette Sammelstelle sein, aber habt ihr euch auch mal dessen 2.-Account angesehen, was da manchmal an menschenverachtenden Tweets losgelassen wurde und vielleicht noch wird? Allein deshalb folge ich beiden seiner Accounts nicht mehr. Hier konnte und wollte ich nicht mit zweierlei Maß messen.

    Was das „gemeinschaftliche Entfolgen von nicht folgenswürdigen Tweetklauern“ betrifft:
    Viele sind so followerzahlengeil, dass sie gerade Vielgefolgten gar nicht entfolgen wollen, weil sie Angst haben, gegenentfolgt zu werden und sich dadurch einer potentiellen Möglichkeit beraubt sehen, von diesem jemals vielleicht doch mal retweetet zu werden und somit seine Tweets auf einen Schlag einem breiteren Publikum bekannt gemacht zu bekommen.

    Will sagen (auch wenn ich bisher etwas abschweift sein sollte – sorry): Vielen fehlt der Arsch in der Hose, Tweetklauern zu entfolgen – aus rein egoistischen Gründen. Das wäre eine logische Folgerung in meinen Augen, auch wenn ich keinen Beweis habe. Aber ganz so falsch werde ich schon nicht liegen, wobei ich natürlicht nicht behaupte, dass die meisten oder alle so denken.

    Ich glaube, das war’s erstmal. Ich hoffe, ich konnte mich sortiert genug ausdrücken. 😉 Tut mir leid, wenn’s zu ausschweifend war.

    Ach ja: Meinen Account halte ich übrigens spamfollowerfrei, so habe ich zwar viel weniger Follower, dafür aber „echte“. Und ich hab nie einen Tweet geklaut und es auch nicht vor. Für mich ist Twitter in erster Linie eine Zuflucht vor dem RL und was mich nervt oder aufregt, wird entfolgt. Ohne Begründung. Auch wenn ich hier und da mal angejammert werde. 😉 – Soviel nur noch als Erläuterung zu meiner Person.

    Liebe Grüße

    Frau_Thor

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  6. Jeder sollte seine Konsequenzen ziehen dürfen. Bin neulich auch auf eine Ähnlichkeit hingewiesen worden und habe das unbekannte Original (nicht völlig deckungsgleich) schlicht geretweetet. Wer sich für jegliche Interaktion oder Retweets zu schade ist, ist mir sowieso suspekt. Wer bei Vorwürfen völlig uneinsichtig bleibt, ist ein asoziales Arschloch: Kann also harsche Reaktionen sehr gut verstehen.

    Trotzdem, Lassitudor, kann man natürlich nicht verlangen, dass jeder bei einer Entfolgung gleich versteht, was da nun wieder los war. Ich hatte es bis gerade nicht gerafft. Missverständnisse sind also vorprogrammiert…

    Jeder sollte seine Konsequenzen ziehen dürfen. Bei Menschen, die ich mag, erwidere ich Entfolgungen nicht direkt. aber ich tue es regelmäßig. Bin nicht so der Fanboy-Typ.

    Gruß,
    Feedforth

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  7. Grundsätzlich ist Tweetklau armselig, doch in der überwiegenden Zahl der Fälle wird er, wie in diesem Fall, entlarvt und entsprechend sanktioniert.
    Ich möchte aber mal zum Ursprung zurück:
    Wie hat man sich das vorzustellen? Da sind also Twitterer, offensichtlich diejenigen mit tausenden Followern, die offenbar viel Zeit (Minuten? Stunden?) damit verbringen, an „genialen“ Tweets zu feilen??? Diese Tweets haben dann sozusagen einen Mehrwert wie ein Auto (???). Allein das erscheint schon mehr als seltsam und irgendwie typisch deutsch. Unterstellt man, dass diese Leute entweder jetzt schon mit ihren Tweets Geld verdienen oder wenigstens hoffen, es bald zu tun, dann ist es juristisch natürlich mehr als legitim, sich gegen Tweet-Klau zu verwehren. Aber will ich Leuten auf Twitter folgen, die ihre Tweets unter komerziellen Gesichtspunkten vermarkten?
    Verdienen andere Leute mit geklauten Tweets Geld, ist das moralisch natürlich total daneben. Aber hat es nicht auch mindestens einen Hauch von Spießigkeit, dann mit dem Urheberrecht zu fuchteln? Die Sanktionierung solcher Leute: klares Ja! Aber juristische Schritte? Das ganze führt aus meiner Sicht zu einer Paranoia: speziell zum aktuellen Zeitgeschehen habe ich schon ähnliche Tweets gelesen, weil die Pointe naheliegend war, die aber definitiv nicht geklaut waren und trotzdem übrigens originelle/gute Tweets waren. Stehen wir alle jetzt unter Generalverdacht?
    Die Grundfrage bleibt einfach:
    Ist Twitter eine Plattform, auf der man Copyright geltend machen sollte und warum?
    Hier bin ich offen für plausible Antworten.

    Grüße, Crooklyn

    P.S.: frauenfeindliche Verunglimpfungen gehen natürlich gar nicht! Und sollten definitiv juristisch verfolgt werden!

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  1. Diebstahl, Inszenierung und Authentizität auf Twitter | Moltroff's Stirnlappen

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